Maikes Auslandspraktikum auf Malta


Hallo Ihr Lieben,
ich hatte im August dieses Jahres die Chance über meine Berufsschule, die BBS Wechloy, und mit der Unterstützung der Popken Fashion Group, ein 5-wöchiges Auslandspraktikum im sonnigen Malta zu absolvieren. Heute möchte ich Euch daher darüber berichten, wie es mir dort ergangen ist und was ich aus diesem Praktikum mitgenommen habe.

Als ich am 05. August im trüben Bremen in den Flieger stieg, hatte ich eigentlich nicht viele Erwartungen an die bevorstehenden 5 Wochen. Ich wollte möglichst offen für alles bleiben und so war die einzige Sicherheit mit der ich Deutschland verließ, die, dass es auf jeden Fall sonniger und wärmer sein würde, was in dem Moment als Motivation vollkommen ausreichte.
Als es bei meinem Zwischenstopp in Frankfurt dann auch noch zu regnen begann, war ich mir ganz sicher, dass die nächsten Wochen auf jeden Fall wettertechnisch das Highlight meines Jahres werden würde, was die Vorfreude wachsen ließ.
Nach insgesamt knapp 5 Stunden war es dann soweit und ich setzte zum ersten Mal meinen Fuß auf maltesischen Boden. Sehr, sehr warmen maltesischen Boden. Bei 37 Grad im Schatten, erschienen mir eine schwarze lange Jeans und ein T-Shirt plötzlich doch nicht mehr als die geeignetste Kleiderwahl, aber da musste ich jetzt durch.
Ich wurde vom Flughafen mit einem Taxi abgeholt und nach Gzira, einem Stadtteil von Sliema gefahren. Nach ca. 25 Minuten Fahrt kam ich dann am Haus meiner Gastfamilie an. Der Fahrer verabschiedete sich und so stand ich nun mit meinem riesigen Koffer und doch mehr Aufregung als erwartet vor meinem neuen Zuhause auf Zeit.
Als ich klingelte ahnte ich noch nicht, dass das Summen der sich öffnenden Haustür, der Startschuss für eine der besten Erfahrungen meines Lebens werden würde.
„Hallo, hallo, wie schön, dass du schon da bist“, kam es mir aus dem Haus entgegen gerufen, als ich eintrat. Eine kleine, ältere Dame kam mir freudestrahlend entgegen. „ Ich bin Lucie, willkommen in meinem Zuhause.“
Sie zeigte mir das ganze Haus und führte mich schließlich in mein neues Zimmer, dass ich mir die ersten zwei Nächte noch mit zwei Mitbewohnerinnen teilen würde, danach jedoch für mich allein hatte. Da zu dem Zeitpunkt jedoch keine der Beiden zuhause war, entschied ich erstmal meinen Koffer auszupacken und die neuen Eindrücke wirken zu lassen.
Gegen Abend ging ich dann auf eine erste Erkundungstour. Ich lief meine Straße hinunter bis zum Hafen und bummelte die Promenade hinunter Richtung Stadtzentrum. Als ich einige Stunden später wieder nach Hause kam, war ich eigentlich relativ müde und wollte schlafen, traf jedoch im Hausflur auf eine meiner Mitbewohnerinnen, die sich mir als Marcella vorstellte und mich in gebrochenem Englisch mit reizendem spanischen Akzent fragte, ob ich Lust hätte mit ihr und einem anderen Mädchen aus Japan etwas trinken zu gehen. Ich sagte natürlich ja und aus lauter Erleichterung, dass ich gleich an meinem ersten Tag Leute kennen gelernt hatte, war die Müdigkeit wie weggeblasen und wir hatten einen schönen ersten Abend auf Malta.

Den Sonntag ging es dann zusammen an einen Strand ca. 30 Minuten von Sliema entfernt und plötzlich war mein erstes Wochenende in Malta auch schon wieder rum und der erste Arbeitstag in meiner Sprachschule, der English Language Academy, stand an. Von einer anderen Auszubildenden der BBS Wechloy, die bereits drei Wochen in der ELA gearbeitet hatte und nun ihre letzte Woche mit mir zusammen arbeiten würden, hatte ich schon einiges über die Schule erfahren und so war meine Nervosität unter Kontrolle, als ich am Montagmorgen um punkt acht Uhr die Schule betrat.
Außer mir und der Rezeptionistin war noch kein anderer Trainee weit und breit zu sehen, was wie ich später noch lernen würde, daran lag dass die Uhren in Malta etwas anders liefen und man mit einer 10-20 minütigen Verspätung meistens immer noch „ right on time“ war.

Der erste Tag war gleich super busy, da in dieser Woche besonders viele Sprachschüler neu angefangen sind und wir somit einiges zu tun hatten. Meine Mit-Trainees waren zum Großteil Italiener, die mehr oder weniger Englisch sprachen, mich jedoch alle trotz Sprachbarriere sehr herzlich begrüßten. Nachdem alle Schüler mit Einstufungstests und Welcome Packs versorgt waren, wurde mir der Rest des Teams im Back- Office vorgestellt und auch hier wurde ich direkt herzlich ins Team aufgenommen. Der erste Arbeitstag flog dahin und am Abend stand dann die wöchentliche Welcome Party für die neuen Schüler und in diesem Fall auch mich an.
Wir trafen uns alle zusammen in einer Bar und ich bezweifle, dass ich in meinem Leben zuvor an einem einzigen Abend so viele, tolle und offene Menschen kennen gelernt habe, wie an diesem. Wir kamen aus allen Ecken der Welt: China, Russland, Brasilien, Chile, Polen, Kolumbien, Italien und Armenien, um nur einige zu nennen. Es war ein wildes Durcheinander aus Sprachen und Kulturen und gerade deswegen ein wahnsinnig schöner Abend.


Die darauf folgenden Wochen sind dann einfach nur so dahin gerast. Trotz meiner täglichen Arbeitszeiten von 8:30 bis 17:00 habe ich es geschafft mir jede Menge vom Land anzugucken. Ich hatte genug Zeit um fast jeden Tag nach der Arbeit mit meinen Freunden zum Strand zu gehen und auch abends war immer was los. Meine Aufgaben in der Sprachschule waren sehr vielseitig, da wir neben unseren „festen“ Aufgaben, wie die wöchentliche Vorbereitung und Verteilung der Schulbücher, die Ausstellung der Zertifikate der abgehenden Sprachschüler und die Ausgabe von Schülerausweisen, einfach die Mädchen für alles waren. Egal ob Hilfe bei der Kommunikation mit Schülern oder kleinere Besorgungen, wann immer etwas anstand, waren wir Trainees zur Stelle.
Da die Mehrheit meiner Mit-Trainees aus Italien kamen und einige von ihnen wenig bis gar kein Englisch sprachen, hatte ich anfangs ernsthafte Bedenken, wie wir die fünf Wochen zusammen als Team arbeiten sollten. Wie sich herausstellte völlig unbegründet. Nach nicht mal zwei Wochen, waren wir wie eine kleine Familie und hatten trotz eigentlicher Sprachbarriere super viel Spaß und einen wirklich tollen Zusammenhalt.

In den ersten zwei Wochen, war außerdem an der „ Teen- School“ der Sprachschule, noch eine Art Sommercamp, sodass ich des Öfteren die Aufgabe hatte die Jugendgruppen bei außerschulischen Ausflügen als Betreuerin zu begleiten. So konnte ich den einen Tag zum Beispiel mit der Gruppe die Hauptstadt von Malta, Valetta, besichtigen und bin am Wochenende mit einer kleinen Gruppe von Sprachschülern und einigen Freunden nach Comino, einer Nachbarinsel von Malta, gefahren. Comino ist für sein kristallklares Wasser und die fast schon kitschige „Blue Lagoon“ bekannt ist, in der das Wasser zu dieser Jahreszeit bestimmt an die 25 Grad hatte.


Die Zeit, in der ich für die Sprachschule Ausflüge begleitet habe, konnte ich an anderer Stelle wiederum frei nehmen, sodass ich öfter nur für einen halben Tag gearbeitet habe oder sogar einen ganzen Tag frei hatte um ihn in der Sonne zu genießen.
Generell gewöhnte ich mich an das warme und oftmals schwüle Klima erschreckend schnell und ertappte mich bereits in der zweiten Woche (in der ersten Woche gab es eine Hitzewelle mit dauerhaften 37 Grad) dabei, dass ich morgens um acht bei 28 Grad aus der Haustür trat und überlegte, ob eine kurze Hose wirklich warm genug sei. Die von meinen Eltern und Freunden zuhause beschriebenen 15 Grad und Regen Anfang August, erschienen mir daher wie ein Zeichen mich vielleicht doch einmal näher über die Möglichkeit Auszuwandern zu informieren. Ich entschied mich jedoch vorerst davon abzusehen 🙂
Am 15. August war dann Maria Himmelfahrt, was in einem katholischen Land wie Malta natürlich ein Nationalfeiertag ist und so hatten sowohl wir Trainees, als auch die Sprachschüler an diesem Tag frei.
Wir nutzen den Tag um eine weitere Insel von Malta, Gozo, zu besichtigen. Es war ein toller Tag, den wir in einer kleinen Bucht verbrachten. Abends waren wir dann noch in Victoria, einer größeren Stadt auf der Insel und haben uns die Festlichkeiten für Maria Himmelfahrt angeguckt. Die ganze Stadt war auf den Beinen und alles war bunt geschmückt.


Ein Problem über das ich mir vor meiner Abreise nach Malta überhaupt keine Gedanken gemacht hatte, war leider die Tatsache, dass viele der Sprachschüler einen deutlich kürzeren Aufenthalt hatten als ich selber. Und so begann bereits nach zwei Wochen das Abschiednehmen von den ersten Leuten aus unserer Clique. Besonders in der vierten Woche kam es dann hart, weil drei meiner engsten Freundinnen, unter anderem meine Mitbewohnerin Marcela, mit der ich in vier kurzen Wochen unzertrennlich geworden war, nach Hause fliegen mussten. Und so saß ich am Ende der vierten Woche in meinem Zimmer und hatte irgendwie das Gefühl, dass es auch für mich langsam Zeit war zu gehen.
Trotz der gedämpften Stimmung wollte ich aus meiner letzten Woche nochmal das Beste machen. Zum Glück bekam ich am Samstagmorgen dann noch eine neue Mitbewohnerin in meinem Alter und wir verstanden uns auf Anhieb super. Da ich mir meine zwei Tage Urlaubsanspruch noch bis zum Schluss aufgehoben hatte, war die letzte Woche in der Sprachschule auch sehr entspannt und ich hatte nochmal Zeit die letzten Punkte auf meiner To Do Liste abzuarbeiten.
Und auf einmal war dann der Moment da und es hieß Koffer packen. Plötzlich kamen mir die am Anfang so lang geglaubten fünf Woche doch nicht mehr so lang vor und ich geriet in eine seltsame Schwebe zwischen Vorfreude auf Zuhause und der Nostalgie der vergangenen Wochen. Aber es half alles nichts und so räumte ich nicht nur meine Sommerkleidung, die ich realistisch gesehen bei einer Rückkehr Anfang September nach Norddeutschland wohl für eine seeeehr lange Zeit nicht wieder sehen würde, sondern auch die Erinnerungen des Sommers in meinen Koffer. Der Abschied von meiner Gastmama, die in der Zeit in Malta mehr wie eine dritte Oma für mich geworden war, ging dann auch nicht ohne ein wenig Tränenvergießen über die Bühne.

Und jetzt sitze ich hier, knapp zwei Wochen nach meiner Rückkehr und schreibe diesen Bericht. Es ist schwer in wenigen Worten zusammen zu fassen, was ich in diesen fünf Wochen erlebt habe, weil man viele von diesen Marmeladenglas-Momenten nur greifen kann, wenn man selber dabei war. Ich kann einfach nur jedem, der diese Möglichkeit hat dazu raten, sie zu nutzen. Für mich war dieses Auslandspraktikum nicht nur eine Chance, Arbeitserfahrungen im Ausland zu sammeln, sondern hat mich persönlich und in meinen Ansichten zu vielen Dingen geprägt und verändert. Ich würde mir wünschen, dass jeder junge Mensch in seinem Leben so eine Chance erhalten würde und noch mehr Unternehmen sich bereit erklären würden ihre Auszubildenden auf diesem Weg zu unterstützen. Die, die die Chance haben- NUTZT SIE!

Reisen ist tödlich…für Vorurteile. – Mark Twain


Ich hoffe Ihr hattet Spaß beim Lesen.
Bis zum nächste Mal
Eure Maike

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